Der Schatz im Untergrund

Abwasserreinigung ist praktizierter Umweltschutz: Marion Dibbern im Einsatz für den Entsorgungsverband Saar. FOTO: EVS

Der EVS hat im Saarland eine moderne Abwasserinfrastruktur aufgebaut. Davon profitiert die Qualität der Gewässer in hohem Maße. Damit das so bleibt, sind kontinuierliche Maßnahmen zum Erhalt der Bausubstanz nötig.

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) versteht sich als Dienstleister für die Saarländer*innen. Saarlandweit sind die engagierten Mitarbeiter* innen im Einsatz und sorgen dafür, dass die Abwässer nach modernen Standards gereinigt werden. Wichtige Ziele sind dabei einen Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz zu leisten und mit den Gebühren verantwortungsvoll umzugehen.

Wer macht was?

Für den Bau und Betrieb der innerörtlichen Kanäle und sonstigen Abwasseranlagen sowie die Ableitung des Abwassers sind die Städte und Gemeinden zuständig. Die über die Ortsgrenzen hinausgehenden Aufgaben der Abwasserableitung und -reinigung übernimmt der EVS. Dazu betreibt er saarlandweit neben den 137 Kläranlagen ein rund 1068 Kilometer langes Kanalnetz, 292 Pumpwerke, 576 Regenüberlaufbecken und 663 Regenüberläufe. Die Arbeit des EVS war in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen geprägt durch Planung und Neubau von Kläranlagen, Hauptsammlern und Sonderbauwerken, also der Schaffung einer modernen Infrastruktur für die Reinigung der Abwässer aus Haushalten und Gewerbe. Damit hat der EVS die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass alle saarländischen Haushalte an eine moderne Abwasserreinigung angeschlossen werden können.

Neue Herausforderungen für die Abwasser-Fachleute

Zukünftig ergeben sich für den EVS neue Herausforderungen. Die Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz, Maschinenund Elektrotechnik der Kläranlagen, der Sonderbauwerke und des Kanalnetzes durch kontinuierliche Sanierungsarbeiten steht im Fokus. Dieser überaus komplexe Prozess wird vom EVS mit einer umfassenden Sanierungsstrategie gesteuert. Wesentliche Ziele der Kanalsanierungsstrategie sind dabei, alle technisch erforderlichen Maßnahmen zur Werterhaltung der Bausubstanz vorausschauend und unter Berücksichtigung einer sparsamen Haushaltsführung durchzuführen. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise durch die sichergestellt wird, dass auch zukünftig Kläranlagen und Kanalsysteme zuverlässig funktionieren.

Die Sanierung von Abwasseranlagen ist eine technisch anspruchsvolle Aufgabe. FOTO: EVS

Von der Strategie zur Planung

Die Sanierungsplanung umfasst unter anderem die Zustandsbewertung des Kanalsystems. Damit können die Abwasser-Fachleute des EVS eine Prognose hinsichtlich des zu erwartenden baulichen Gesamtzustandes erstellen. Gleichzeitig lassen sich so die Bereiche ermitteln, die vordringlich zu sanieren sind. Grundlage für die Sanierungsplanung ist die Kanalfilmung, sie ergibt ein genaues Bild über den optischen Zustand eines Kanales. Stefan Decker ist beim EVS im Bereich Planung und Konzeption von Abwasseranlagen dafür zuständig: „Die Kanäle werden mittels einer Kamera, die auf einem Fahrwagen montiert ist, auf ihren Zustand hin optisch untersucht. Dabei erfassen wir verschiedene Schadensbilder, zum Beispiel Risse, Wurzeleinwüchse oder fehlerhafte Anschlüsse. Ergänzt wird die Sanierungsplanung durch weitere Untersuchungen wie Dichtheitsprüfung, Bodenuntersuchungen oder hydraulische Berechnungen.“

Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen

Auf Basis dieser gesamten Zustandsbewertung und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Grundsätze legt der EVS nun die erforderlichen Maßnahmen fest – Reparatur, Sanierung oder Neubau. Ein ganz wesentlicher Aspekt bei allen Maßnahmen ist das energetische Optimierungspotential von Kläranlagen. Diese strategische Vorgehensweise findet ebenso Anwendung bei den Sonderbauwerken, die zum Sammlernetz gehören: Mischwasserbehandlungsanlagen und Pumpwerke. Auch diese Anlagen werden kontinuierlich überprüft, saniert und an zukünftige Anforderungen angepasst.

Der Schatz im Untergrund

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