In der AVA Velsen wird aus Restabfall Energie gewonnen

Die thermische Abfallverwertung in der AVA Velsen schützt die Menschen und die Umwelt. FOTO: EVS

Das Saarland hat’s gut. Denn hier wird in einer einzigen Abfallverwertungsanlage – der AVA Velsen des Entsorgungsverbandes Saar – der Restabfall aus allen saarländischen Haushalten behandelt.

Und das ist in vielerlei Hinsicht gut so. Die Anlage macht uns im Saarland unabhängig von externen Anbietern. Sie ermöglicht damit eine flexible Entsorgung und gewährleistet die Entsorgungssicherheit der Bürger*innen selbst dann, wenn z.B. bei Hochwasser und überfluteten Kellern unvorhersehbar große Sperrabfallmengen zu bewältigen sind. Sie schützt damit unsere Umwelt vor Vermüllung, sie reduziert den Schadstoffausstoß und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Eine moderne Abfallverwertung als wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft sorgt dafür, dass anfallende Abfälle erneut verwendet oder möglichst hochwertig verwertet werden. Sie fördert damit die Schonung von natürlichen Ressourcen. In der AVA Velsen wird das System der Kreislaufwirtschaft auf überzeugende Art umgesetzt. 252.159 Tonnen Haus-, Sperr- und Gewerbeabfälle wurden 2018 in der AVA Velsen angeliefert.

Dabei handelt es sich um Abfälle, die zwar nicht wiederverwendet oder recycelt werden können, bei deren thermischer Verwertung aber in erheblichem Umfang Strom erzeugt wird: jährlich rund 152.000 Megawattstunden. Damit wird der Eigenbedarf der AVA Velsen gedeckt und rund 115.000 MWh Strom in das öffentliche Netz zur Deckung des Bedarfs von ca. 35.000 Haushalten eingespeist (das entspräche z.B. annähernd den Haushalten im Landkreis St. Wendel). Durch die thermische Abfallverwertung in der AVA Velsen entsteht so ein positiver Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz. Nicht auszudenken, welche Auswirkungen auf den Treibhauseffekt die schädliche Ausgasung des Restabfalles bei der Endlagerung auf einer Deponie hätten. Durch die Verbrennung wird die Abfallmenge um über 70 Prozent reduziert. Hierbei entstehen Schlacke- und Rauchgasreinigungsrückstände. Die Schlacke wird aufbereitet und abhängig von ihrer stofflichen Zusammensetzung wiederverwertet, beispielsweise als Baustoff im Industrie- und Straßenbau. So funktioniert die perfekte Kreislaufwirtschaft, ressourcen- und umweltschonend.

Alexander Boger (l.) und Marco Ambos leisten wie alle Mitarbeiter*innen der AVA Velsen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Für thermische Abfallbehandlungsanlagen wie die AVA Velsen gelten in Deutschland die durch das europäische Imissionsschutzrecht festgelegten Emissionsgrenzwerte sowie strenge Anforderungen an die Emissionsüberwachung. Die AVA Velsen unterschreitet selbst die im Genehmigungsbescheid nochmals verschärften Emissionsgrenzwerte im Anlagenbetrieb deutlich. Dies bestätigte das letzte Audit eindrucksvoll: Die Anlage entfernt oder zerstört 99,92 Prozent der Schadstoffe aus dem Abfall und entzieht sie somit dauerhaft der Umwelt. Darauf können die Anlagenbetreiber und die Mitarbeiter*innen zu Recht stolz sein.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Um sicherzustellen, dass die AVA Velsen langfristig optimal aufgestellt ist, wurde sie – ergänzend zu den regelmäßig stattfindenden Revisionen – in den letzten drei Jahren umfassend modernisiert und technisch optimiert. Dafür investierte der EVS 13 Millionen Euro. Insgesamt steht die Zukunftsfähigkeit der Anlage im Fokus der strategischen Überlegungen: So wird z.B. heute ein Teil des Dampfes, der bei der Stromerzeugung entsteht, aus der Turbine ausgekoppelt und innerbetrieblich verwendet. Der Rest wird derzeit nicht genutzt. Wesentlich sinnvoller wäre es jedoch, diese Wärme in das Fernwärmenetz einzuspeisen. Diese Möglichkeit wird gerade auf ihre technische und wirtschaftliche Machbarkeit hin überprüft.

Attraktiver Arbeitgeber auch für Frauen

Mit Technologien, die begeistern, ist die AVA Velsen ein moderner Arbeitgeber. Dafür spricht zum einen die Betriebsgröße. Viele der 68 Mitarbeiter*innen arbeiten bereits seit 20 Jahren miteinander, sind also von Beginn an dabei; das schweißt zusammen und stärkt die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Die Mitarbeiter*innen sind stolz darauf, mit ihrer Arbeit in der AVA Velsen einen wichtigen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten. Damit genießen sie auch eine hohe Sympathie bei den Menschen in der Region. Die AVA Velsen als moderne Arbeitgeberin – dies gilt auch für Frauen: Erstmals seit der Inbetriebnahme der Anlage 1997 übernimmt zum 1. Juni eine Frau in der AVA Velsen die Position der Betriebsleitung.

Weil’s immer noch besser geht

Mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess profiliert sich die AVA Velsen als moderner Arbeitgeber bei der Betriebsorganisation und der Mitarbeiterführung. In den unterschiedlichen Bereichen prüfen die Mitarbeiter*innen, wo und wie ihre Arbeit und die eingesetzten Methoden und Ressourcen verbessert werden können. Die Abläufe werden dadurch beschleunigt und es passieren weniger Fehler. Ekkehard Orloff, der technische Geschäftsführer der AVA Velsen, erläutert: „Der kontinuierliche Verbesserungsprozess führt uns weg von einer Schuldkultur hin zu einer Fehlerkultur. Wir wollen nicht vorrangig wissen, wer schuld ist, wenn etwas nicht wie geplant läuft, sondern vor allem, wo die Fehler lagen. So können wir aus Fehlern lernen.“

Die AVA Velsen versteht sich als eine „Gläserne Anlage“. Daher bietet sie der Öffentlichkeit vielfältige Möglichkeiten, sich über ihre Arbeit, Aufgaben und ihr Selbstverständnis zu informieren. Empfehlenswert sind hier beispielsweise die Führungen.

Kontakt

Interessierte wenden sich für einen Termin an Melina Profeta, Telefon (0 68 98) 946-101, m.profeta@ava-velsen.de. Oder schauen Sie beim „Tag der offenen Tür“ am 25. August zwischen 10 und 17 Uhr vorbei.

In der AVA Velsen wird aus Restabfall Energie gewonnen

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